Ist es wirklich nur eine vorrübergehende Maßnahme? Das Spital Thusis muß nach Expansion und horrenden Verlusten versuchen, diese aufzufangen. (Domleschger Zeitung berichtete) Konkurrenzierte man bisher mit offensiver Werbung um die Geburten gibt man sie nun nach Chur.
Das Spital Thusis teilt mit, daß die Geburten Per 1. September werden die Geburten des Spitals Thusis vom Kantonsspital Graubünden übernommen. Mit dieser Maßnahme begegne das Spital Thusis dem akuten Fachkräftemangel. Die Angebote der Schwangerschaftsvorsorge und der Gynäkologie bleiben vollumfänglich.
Kooperation: Vorübergehende Auslagerung der Geburten an das Kantonsspital Graubünden
Die getroffene Lösung ab 1. September 2024 wurde nötig, weil sich zeigte, dass es schwierig ist, bestehende Stellenvakanzen vor einem Entscheid der Delegierten über die Neuausrichtung des Spitals (siehe Medienmitteilung vom 27. Juni 2024) mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Schweizweit besteht ein Fachkräftemangel an Gynäkologen und Hebammen. «Wir haben mit dem Kantonsspital Graubünden einen ausgezeichneten Partner und eine sehr gute Lösung für die Geburten aus der Spitalregion Mittelbünden gefunden. Zudem schaffen wir damit die nötige Zeit, um im Rahmen der Neuausrichtung sorgfältig und detailliert über die Zukunft der Abteilung «Geburtshilfe» des Spitals nachzudenken», so Christian Rathgeb, Stiftungsratspräsident von Gesundheit Mittelbünden. Die Delegierten der Gemeinden entscheiden voraussichtlich im Herbst 2024 über die strategische Ausrichtung und die Angebotspalette des Spitals. «Zu diesem Zeitpunkt werden diese auch über eine allfällige Wiederaufnahme der Geburten am Spital Thusis entscheiden», so Rathgeb.
Fachkräftemangel: Aktuelle Situation und Versorgung
Der Fachkräftemangel sei im Gesundheitswesen und besonders in der Geburtshilfe und Gynäkologie schweizweit stark spürbar. Die Rekrutierung von qualifiziertem Fachpersonal konnte bisher stets sichergestellt werden, hat sich aber mit Kenntnisnahme der Evaluation der strategischen Neuausrichtung erschwert.
Die werdenden Mütter, die Mitarbeitenden und die zuweisenden Hausärzte werden laufend informiert. Die sieben betroffenen Mitarbeiter der Abteilung «Geburtshilfe» bleiben bis zum Entscheid der Delegierten bei der Gesundheit Mittelbünden angestellt.
«Wir unterstützen das Vorgehen und kümmern uns weiter mit voller Aufmerksamkeit und Herzblut um unsere Mütter. Wir stehen weiterhin, auch nach der vorübergehenden Auslagerung, für die Frauen mit Sprechstundenangeboten zur Verfügung», so Letizia Parpan, Leiterin Hebammenteam und Patricia Kollow, Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe. Das Angebot der Schwangerschaftsvorsorge und Gynäkologie bleiben vollumfänglich bestehen.
Erzwungene Neuausrichtung des Spitals Thusis: Verschiedene Varianten für Geburtshilfe und Gynäkologie werden geprüft
Unabhängig von der aktuellen Situation der Geburtshilfe und Gynäkologie evaluiert die Stiftung Gesundheit Mittelbünden mit Experten von PwC die strategische Ausrichtung des Spital Thusis.
Verschiedene Varianten werden erarbeitet. Geprüft werden mögliche Szenarien von einer Weiterentwicklung des Spitals bis hin zu einer Version eines ambulanten Gesundheits- und Notfallzentrums.
Im Rahmen dieses Prozesses wird auch die definitive Zukunft der Abteilung «Geburtshilfe» im Spital Thusis geklärt. «Die Delegierten der Gemeinden entscheiden im Herbst 2024 über die Zukunft des Spital Thusis», so Christian Rathgeb, Präsident des Stiftungsrates.

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