„Delegierte entscheiden sich einstimmig für ein modernes, innovatives und wirtschaftlich tragbares Spital Thusis“, so schlagzeilt das Spital Thusis.
An der Versammlung Ende März hatten die Delegierten der verantwortlichen Gemeinden einstimmig die künftige Ausrichtung der Gesundheit Mittelbünden beschlossen.
„Sie reagieren damit entschlossen auf die tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitswesen und die Versorgungsstrategie des Kantons“ so heißt es in einer Mitteilung.
Diese Ausgangslage führe dazu, daß die seit Sommer 2024 geschlossene Geburtshilfe nicht wieder geöffnet wird. Die Gesundheit Mittelbünden biete weiter ein gynäkologisches Angebot und Hebammensprechstunden an, stärkt die Grundversorgung und stellt die Weichen für innovative Ansätze und Kooperationen.
Damit wolle die Gesundheit Mittelbünden die finanzielle Belastung für die Gemeinden verringern und sich strategisch und dynamisch aufstellen, um den Betrieb und die Gesundheitsversorgung der Region langfristig sicherzustellen. Der Stiftungsrat hat für die Umsetzung der Transformation und die Leitung des Spitals eine neue Führung eingesetzt.
Die ganze Mitteilung liest sich wie aus einer PR-Abteilung:
Gesundheit Mittelbünden 2.0: «Modern, zuverlässig, vernetzt und wirtschaftlich tragbar»
Eine der diskutierten Varianten («Status quo») sah vor, die Gesundheit Mittelbünden mit dem Spital Thusis in seiner bisherigen Struktur und Organisation fortzuführen. Die Delegierten haben sich aufgrund des Fachkräftemangels, der hohen finanziellen Belastung und der Versorgungsstrategie des Kantons entschieden, diese Variante nicht weiterzuverfolgen. Die vom Kanton eingeholte KPMG-Studie empfiehlt zudem dringend eine Reduktion des Leistungsumfangs für das Spital Thusis. Zudem teilte der Kanton mit, dass aus Versorgungssicht in Nordbünden grundsätzlich nur eine Geburtshilfe notwendig sei. Die Delegierten haben sich daher einstimmig für eine Neuausrichtung und Redimensionierung des Spitals entschieden. Das Ziel besteht darin, auch künftig eine moderne und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung sicherzustellen, attraktive Arbeitsplätze zu erhalten und gleichzeitig die Kosten für die Gemeinden zu senken. Damit folgt die Gesundheit Mittelbünden der kantonalen Versorgungsstrategie und der Expertise der PwC-Experten, welche eine schnelle Transformation empfehlen. «Ein schweizweiter Vergleich zeigt, dass Regionalspitäler, die sich jetzt anpassen und transformieren, gute Chancen haben, in Zukunft weiterhin eine moderne Grundversorgung zu bieten und gleichzeitig möglichst wirtschaftlich zu bestehen», erklärt Werner Natter, Präsident der Gesundheitsversorgungsregion Albula/Viamala. Aus diesem Grund haben die Gemeinden nun entschieden, eine neue Ära einzuschlagen und bis Ende Jahr die Transformation vorzunehmen.
Spital Thusis: Eine starke Grundversorgung mit innovativen Ansätzen
Um auch künftig eine zuverlässige, qualitativ hochstehende und persönliche Gesundheitsversorgung für die flächenmässig grösste Spitalregion Graubündens zu bieten, stellt sich die Gesundheit Mittelbünden deshalb strategisch neu auf. Durch den Wegfall der Geburtshilfe werden hohe Vorhalteleistungen für die Trägergemeinden reduziert.
Die weitere Grundversorgung, insbesondere des Basispakets Chirurgie und Innere Medizin mit Notfallstation, soll gestärkt werden. Mit diesem Schritt werden Arbeitsplätze gesichert, der Betrieb stabilisiert und die Basis für moderne, innovative und vernetzte Ansätze gelegt.
Durch den Aufbau starker Partnerschaften mit anderen Spitälern, Gesundheitsorganisationen und spezialisierten Einrichtungen sollen den Patientinnen und Patienten schweizweit zukunftsweisende Behandlungsmethoden und moderne Therapien zugänglich gemacht werden. Innovative Konzepte wie Flying Doctors, Telemedizinangebote und weitere moderne Gesundheitslösungen werden intensiv geprüft. Zudem soll auch das Netzwerk mit ansässigen Hausärztinnen und Hausärzten gestärkt werden. «Dank unserer engen Vernetzung können wir Patientinnen und Patienten massgeschneiderte Angebote bereitstellen, die auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind» – erklärt Christian Rathgeb, Stiftungsratspräsident.
Geburtshilfe: Umfassende Beratungsangebote für Frauen in der Region
Die Delegierten und der Stiftungsrat bedauern sehr, dass die Geburtshilfeabteilung des Spitals Thusis nicht wiedereröffnet werden kann. Der akute Fachkräftemangel führte im vergangenen Sommer dazu, dass die Geburtshilfe geschlossen und ausgelagert wurde. Die personelle Situation hat sich nicht verbessert und auch die kantonale Strategie stützt eine Weiterführung der Geburtsabteilung am Spital Thusis nicht. «Es ist uns wichtig, dass wir auch künftig umfassende Beratungsangebote für werdende und junge Mütter anbieten können. Dies decken wir mit einem gynäkologischen Angebot mit einer Hebammensprechstunde, unserer Elternberatung oder mit der Physiotherapie ab», erklärt Letizia Parpan, Leitende Hebamme vom Spital Thusis. Zusätzlich stellt die Stiftung freischaffenden Hebammen interne Räumlichkeiten zur Verfügung. Mit diesem Angebot sollen junge und werdende Mütter und Frauen jeden Alters weiter umfassend beraten und betreut werden. Positive Signale gibt es bereits seitens Kanton. Dieser hat signalisiert, dass er beispielsweise ein Angebot, welches mit allen freischaffenden Hebammen abgestimmtes ist, finanziell unterstützen könnte.

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