Cristina Rüesch, geboren 1994 in Zürich, schloß 2022 ihren Master an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg ab. Ihre Wurzeln hat sie in Grono im Misox. Derzeit lebt und arbeitet sie in Wien.

Seit anfangs Mai allerdings ist Cristina Rüesch für zwei Monate in Residenz im Lilly Keller-Haus in Thusis.

Im Vorfeld ihrer Residenz schrieb Cristina Rüesch, der verwunschene Garten in Thusis werde wohl – wie damals für Lilly Keller – auch für sie eine zentrale Rolle spielen.

In der Natur finden sich faszinierende Musterformen, etwa Voronoi-Strukturen oder Holzmaserungen, die Rüesch während ihrer Zeit in Graubünden untersuchen und in ihre Monodrucke einfließen lassen möchte.

Thematisch beschäftigt die Künstlerin das Picknick – als Zusammenspiel von Stofflichkeit, Kleidung, Körper, Nahrung und Flora.

Die Geselligkeit der Figuren solle dabei in einen Dialog mit einem Geflecht aus textilen Mustern und organischen Formen treten, meint Rüesch.

Das Picknick interessiert sie auch als Form temporärer Aneignung kapitalistisch verwalteter Räume – als spielerischer Akt oder stiller Widerstand gegen normierte Stadtplanung.

Die Decke werde dabei zur Bühne: ein kontrollierter, häuslich konnotierter Ort, von dem aus – in vermeintlich sicherer Distanz – die Landschaft betrachtet werden kann. Zugleich bleibt die Picknickdecke ein fragiler Komfortraum, anfällig für Wind, Feuchtigkeit oder Insekten.

Die Lilly Keller-Stiftung in Thusis bietet professionellen Kunst- und Kulturschaffenden jeweils von März bis Oktober die Möglichkeit von zweimonatigen Residenzen. Die Anmeldefrist für 2026 läuft noch bis zum 1. Juli 2025.

(pd, rm)
(Bilder: zVg)

Facebooktwitterredditpinterestlinkedinmailby feather