Die Unterlagen für die Abstimmung vom 27. November – Zusammenschluß der Gemeinde Thusis und Mutten – sind soeben eingetroffen. Diese Vorlage ist kritisch zu hinterfragen, da sie nicht der Realität bisheriger Fusionspraxis entspricht. Zum ersten Mal würde es einen Zusammenschluß zweier Gemeinden ohne gemeinsame Grenzen geben. Die Gemeinde Thusis befindet sich in der Region Viamala und die Gemeinde Mutten in der geographischen Region Albula.

Thusis zählt mehr als 3‘000 Einwohner und wird aufgrund der regen Bautätigkeit in nächster Zeit weiterhin wachsen. Deshalb müssen auch die Infrastrukturen angepaßt und erweitert werden. Der Aufgabenbereich und die Belastungen werden steigen. Aufgrund dieser Tatsachen bin ich klar der Meinung, da Thusis als Zentrumsgemeinde für ganz Mittelbünden vorderhand neutral sein und keine Fusion eingehen sollte, schon gar nicht mit einer Kleinstgemeinde aus einem anderen Tal.

Zudem gibt es auch keinen Grund, die Bürgergemeinde aufzulösen und das Vermögen auszulagern. Bei der anstehenden Totalrevision des Gemeindegesetzes wird vom Kanton explizit darauf hingewiesen, daß die Institution Bürgergemeinde weiterhin bestehen bleibt.

Sollten die Vorgaben des Kantons in den nächsten Jahren dazu führen, daß die Gemeinden im Umkreis von Thusis zu einem Zusammenschluß verpflichtet werden, ist ein sinnvolles und mehrheitsfähiges Fusionsprojekt in die Wege zu leiten, mit Thusis als Verwaltungszentrum. Dabei denke ich an die Gemeinden am Inneren Heinzenberg, wo schon jetzt in einzelnen Bereichen eng zusammen gearbeitet wird. Im Weiteren sind auch die Inner-Domleschger Gemeinden potenzielle Fusionspartner.

Das zur Abstimmung gelangte Fusionsprojekt macht in jeder Hinsicht absolut keinen Sinn und ist abzulehnen. Umso mehr, da die finanziell negativen Auswirkungen für Thusis enorm sein werden. Legen Sie deshalb ein NEIN in die Urne oder stimmen Sie brieflich ab (Stimmrechtsausweis unterschreiben).

Werner Wyss, Thusis

Quelle Graphik „Die neue Gemeinde“: Mutten

Weiterführender Bericht zum Thema Gemeindefusionen

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