Diese Nein-Leute nerven schon etwas, gäll, ihr Wirtschaftsverbände und Olympia-Baumeister, die ihr doch gewissenhaft nach dem großen aufblasbaren Nichts für Graubünden sucht und die Leiche noch warmzuhalten versucht.

Schließlich seid ihr ja auch erst in einem gedanklichen Provisorium…

Der Bestatter hätte Freude an euch, wie ihr die schon mal Verstorbene noch und noch mit wirtschaftgrünem Anstrich aufpäppelt.

Und auch das IOC schaut sicher erfreut zu, wie ihr werkelt, damit sie dann was zu kassieren haben.

Danke, daß wir das Konzept nun lesen durften und danke liebe Großräte, daß ihr dem Dossier zugestimmt habt, ohne euch die große Mühe gemacht zu haben, es auch anzuschauen.

Klar, die kompetente Crew hat ja 1000 Stunden Vorarbeit investiert, da wird man gedanklich schon etwas müde, auch beim Nachrechnen der Stunden.

Hanspeter Lebrument würde da sagen: „Zahle sind so Dings, ebbä Dings…“.

„Der Bestatter hätte Freude an euch, wie ihr die schon mal Verstorbene noch und noch mit wirtschaftgrünem Anstrich aufpäppelt.“

Eure Zahlenextrapolation der alten Konzepte und die Feinverteilung auf neue Destinationen ist doch akkurat sauber. (und dies für nur rund 700’000 Fr.) Alles eben ohne Gigantismus.

Die Idee mit Zürich war ja genial (ist ja tough, daß man das nach einem Jahr Konzeptentwicklung einfach so merkt, daß die nicht wollen. Wie beim Daten, wenn er ankommt und sie bereits neue Kontaktanzeigen liest.)

Darum trifft ihr euch jetzt auch in Rapperswil im „Schwan“ statt auf dem Sechseläuteplatz – paßt doch.

„Wer so gschtabig kommuniziert, managt auch gschtabig“

Daß ihr jetzt noch gegen Fakten anrennen müsst, ist schlichtweg mühsam:

Die ökonomisch-auskristallisierte-akademisch-fundierte Erkenntnis, daß Olympia Graubünden nichts bringt und die wirtschaftliche Bedeutung maßlos überschätzt wird, war ja bisher niemandem geläufig. Ist ja auch viel verlangt noch Wirtschaftszeitungen wie die NZZ zu lesen, wenn ihr soviel zu tun habt. Daß man sich da dann nicht mehr fragt, was man mit diesen 25 Millionen alles an schlauen touristischen Projekte entwickeln könnte, ist da verständlich.

Die globale Werbewirkung ist ja groß: ihr kommuniziert auch gekonnt. Clever, daß nun Alte für eine junge Vision GR reden…(„Wer so gschtabig kommuniziert, managt auch gschtabig“… ist doch hier wirklich nicht angebracht).

Mir gefällt auch, daß ihr so dezidiert stark auftretet: Jeder, der gegen Olympia in GR ist, ist eh unsportlich und hat keine Ahnung von Geld…

Eben :„wir sind fit “– die andern shit, die Neinsager sind Wirtschaftsdeppen, Nörgler oder Jungkommunisten. Gegen die Pults und Co. und die anderen Kantonsverräter muß man so antreten, sie so behandeln wie rohe Eier: also in die Pfanne hauen.

Zugegeben, ein Ja ist auch nicht so dumm: die Gegner sind dann nicht schuld, die Westschweizer haben bis im Herbst gewonnen, die Konzeptkosten sind ausgegeben und man hat sich genug geprügelt, um keine neuen Visionen mehr zu haben.

In der Beschränkung zeige sich der Meister, meinte Goethe. – Die Beschränkten sind diesmal wohl eher nicht die Nein-Stimmer.

Hansruedi Schiesser, auch Touristik-Experte

(Anm. d. Red:  Der hier auf DZ veröffentlichte Leserbrief wurde von SO-Medien nicht publiziert. Hier kann sich jeder eine eigene Meinung bilden, ob er wirklich so schlimm ist, daß man ihn nicht veröffentlichen kann oder welche Motive sonst für eine Nicht-Veröffentlichung eine Rolle gespielt haben)
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