Am 17. April 2016 im Domleschg entdeckte Kotstelle eines Fischotters (© Marcel Züger, Pro Valladas)

Am 17. April 2016 im Domleschg entdeckte Kotstelle eines Fischotters (© Marcel Züger, Pro Valladas)

Im Domleschg lebt ein Fischotter. Dies bestätigte das Laboratoire de Biologie de la Conservation de l’Université de Lausanne mittels einer genetischen Analyse an gefundenem Kot.

Erste Hinweise aus der Bevölkerung stammen vom Frühling 2015. Eingesetzte Fotofallen sowie regelmäßige Kontrollgänge führten jedoch zu keinen weiteren Nachweisen. Am 17. April 2016 wurde jedoch eine Kotstelle entdeckt, welche die Anwesenheit eines Fischotters bestätigt. Die Herkunft des Tieres ist unbekannt.

Der Fischotter (Lutra lutra) starb im letzten Jahrhundert in der Schweiz aus. Aufgrund der Ausbreitung von Populationen aus dem Osten (Steiermark, A) und Westen (Savoyen, F) darf nun aber davon ausgegangen werden, daß Fischotter wieder auf natürliche Weise in unser Land einwandern.

Der erste überraschende Nachweis eines Fischotters erfolgte im Dezember 2009 beim Kraftwerk Reichenau. Das Amt für Jagd und Fischerei stellte auf den Videoaufzeichnungen zur Überwachung der Fischwanderungen in der Fischtreppe einen Fischotter fest.

Es gibt eine Ausstellung zum Fischotter

Es gibt eine Ausstellung zum Fischotter: Vom 30. April bis am 30. Oktober 2016 befindet sich die Fischotter-Wanderausstellung im Infozentrum Eichholz, in Wabern bei Bern. Ausgangspunkt ist die seit 2007 bestehende Ausstellung „Eine Chance für den Fischotter“ des Bündner Naturmuseums und der Stiftung Pro Lutra.

Seit März 2010 fehlte jedoch jede Spur dieses heimlichen Einzelgängers.

6 Fischotter in der Schweiz nachgewiesen

Bis heute konnten in der Schweiz sechs freilebende Fischotter einwandfrei nachgewiesen werden.

Auf der Webseite der Stiftung Pro Lutra, welche die natürliche Einwanderung des Fischotters in die Schweiz wissenschaftlich und mit Öffentlichkeitsarbeit begleitet, sind die Nachweise auf einer Karte aufgezeichnet (www.prolutra.ch).

Dort heißt es: Anfangs 2015 wurde eine Beobachtung eines Fischotters aus der Region Thusis gemeldet.

Über Fischotter

Fischotter leben einzelgängerisch und besetzen entlang von vernetzten Gewässersystemen Territorien von bis zu 40 Kilometer Länge. I

hre Hauptnahrung besteht aus Fischen, sie fressen aber auch Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger, Vögel und Flußkrebse sowie Aas. Sie sind in der Lage, Vögel in der Größe eines Graureihers zu überwältigen.

Sichtungen und Beobachtungen melden

Behördlicherseits heißt es an die Bevölkerung gerichtet: „Wir sind sehr dankbar, wenn allfällige Fischotterbeobachtungen, Spuren und Kotfunde dem zuständigen Fischereiaufseher oder Wildhüter gemeldet werden.“

Nicht überall willkommen

Anderswo, wo Fischotter bereits wieder auftreten, gibt es auch Gegner: Fischzüchter in Deutschland sind gegen den Fischotter (Bericht z. B. hier) und in Kärnten wollte man ihn bereits zum Abschuß freigeben. Grund: Ein prall gefüllter Fisch-Teich ist für die Otter so etwas wie eine Art Paradies. Fischzüchter sehen das natürlich anders.

Doch sollte es sicher Möglichkeiten geben, Fischteiche anders zu schützen als die Tiere zu schießen.

Märchen vom Fischotter und dem Fuchs

Einst führte ein Fischotter seine Jungen am Bach spazieren. Da vernahm er Hilfeschreie und eilte neugierig auf das Feld, von wo die verzweifelten Laute gekommen waren.

Als er endlich mit seiner ganzen Kinderschar dort angekommen war, sah er einen Fuchs, der zufrieden seine Pfoten abschleckte und sich ein paar Federn von der Nase pustete.

„Oh, du unverbesserlicher Schurke!“ keifte der Fischotter, „hörte ich nicht soeben die Stimme der kleinen Henne des Priesters? jetzt sehe ich ihre hübschen Federn um dich verstreut. Sie war noch fast ein Küken! Du gewissenloser Mörder, nicht einmal vor den wehrlosen Kindern machst du halt. Pfui, schäm dich!“ „Verehrenswürdige Frau Fischotter“, höhnte der Fuchs, „ist es Mitleid oder vielleicht nur der Neid, was aus Euch spricht?“

Der Fischotter, der in seinem ganzen Leben nur Fische gegessen hatte, weil er bisher nie ein Entchen oder eine Bisamratte erwischen konnte, richtete sich entrüstet auf „Eine Frechheit ist das! Natürlich spricht nur Mitleid aus mir. Überhaupt esse ich keine Hühner. Niemand kann mich des Mordes beschuldigen! Niemand, sag‘ ich!“

„Das glaube ich gerne“, sagte der Fuchs lächelnd, „denn zu Eurem Glück gibt es Fische, und die sind bekanntlich stumm. Könnten sie aber wie die kleine Henne schreien, so würden sie Euch verfluchen, daß ihre Klagen und Verwünschungen vom Wasser empor zum Himmel schallten..“ Der Fuchs drehte sich grußlos um und ließ den erbosten Fischotter stehen.

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