Die gut-besuchte Delegiertenversammlung des Spitals Thusis genehmigte die Betriebsrechnung 2016.

Wegen fehlenden Frequenzen in den Wintermonaten mußten umfangreiche Sparmaßnahmen in die Wege geleitet werden.

Diese Maßnahmen haben gegriffen, so das Spital, wobei es nicht präzisierte, wo gespart wurde. Dank den Sparmaßnahmen und sehr guten Fallzahlen in der zweiten Jahreshälfte konnte ein deutlich besseres Ergebnis als budgetiert erreicht werden, hieß es weiter.

Stiftungsratspräsident Roland Weber führte die anwesenden Delegierten der Spitalregion Heinzenberg/Domleschg/Hinterrhein/Albula durch die ordentliche Delegiertenversammlung.

Im Mittelpunkt stand die Betriebsrechnung 2016. Spitaldirektor Reto Keller berichtete vorgängig über die aktuelle Tarifsituation und die wichtigsten Kennzahlen des Jahres 2016.

Der budgetierte Fehlbetrag von Fr. 500‘000.- konnte deutlich unterschritten werden, der Gemeindeanteil beträgt für das Betriebsjahr 2016 Fr. 212‘765.16. Lange Zeit sah das aber deutlich schlechter aus. Die Hochrechnungen prognostizierten Mitte Jahr ein hohes Defizit. Die Spitalleitung sah sich deshalb gezwungen, umfangreiche Sparmassnahmen einzuleiten. Dank diesen und sehr guten Frequenzen im zweiten Halbjahr konnte das budgetierte Ergebnis sogar deutlich untertroffen werden. Präsident Roland Weber lobte dabei das überaus große und loyale Engagement aller Mitarbeitenden des Spitals.

Das Spital führt weiter aus:

Trotz dem Wachstum aller Kennzahlen im Langzeitvergleich und einer laufenden Kostenoptimierung reichen die Einnahmen nicht aus, um alle Ausgaben zu decken. Die Rahmenbedingungen entwickeln sich dabei leider eher negativ.

Der partielle einseitige Eingriff des Bundesrates in den ambulanten Tarif TARMED hat massive Einnahmeverluste auch für das Spital Thusis zur Folge. Die bisher schon ungenügende Kostendeckung in den ambulanten Abteilungen der Bündner Spitäler sinkt auf 70%. Hier sind Maßnahmen notwendig, um die medizinische Versorgung nicht mittelfristig zu gefährden.

Die Investitionstätigkeit war im 2016 auf Grund der Sparmaßnahmen zurückhaltend. Spitaldirektor Reto Keller erläuterte den Kauf eines zweiten Rettungsfahrzeuges, um in Bergün in den Wintermonaten einen Rettungsstützpunkt zu betreiben.

Das Fazit des ersten Winters fiel von allen Seiten sehr positiv aus, sodaß dieses Angebot auch künftig aufrechterhalten wird. Im 2017 sind mit den Großprojekten OP-Sanierung und Helilandeplatz dann größere Investitionen vorgesehen.

Die Gemeinde Albula/Alvra beantragte, die angewendete Praxis der Spitalfinanzierung mit den vorhandenen Formulierungen in der Stiftungsurkunde und im Organisationsreglement zu überprüfen.

Nach Abklärungen mit dem Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit beantragte der Stiftungsrat eine Korrektur im Wortlaut des Organisationsreglements. Die Delegiertenversammlung genehmigte diesen mit großem Mehr.

Großfusion im Gesundheitsbereich geplant

Präsident Roland Weber informierte die Delegierten im letzten Traktandum über den aktuellen Stand des Fusionsprojektes Traversina.

Der erste Meilenstein für die Fusion der regionalen Gesundheitsbetriebe Spital Thusis, Evangelisches Pflege- und Altersheim Thusis, Spitex Viamala und Pflegezentrum Glienda Andeer wurde im Frühjahr in allen Betrieben verabschiedet. In nächster Zeit soll die Finanzierung in einer regionalen Arbeitsgruppe geregelt werden.

Für die definitiven Entscheide in den Trägerschaften, die Ende Jahr gefällt werden sollen, sollen mit einer offenen Kommunikation alle wichtigen Fakten vorgelegt werden.

Mit dem Projekt Traversina soll dafür gesorgt werden, daß in der Region auch künftig eine qualitativ hochwertige medizinische Grundversorgung zur Verfügung steht.

Die vier starken Gesundheitsinstitutionen verbessern damit ihre Möglichkeiten, auf dem hart umkämpften Gesundheitsmarkt auch in Zukunft erfolgreich zu bestehen.

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